Mieter-Frage

Darf der Vermieter verbieten, dass mein Lebenspartner in die Wohnung mit einzieht?

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Wer schon etwas länger zusammen ist, spielt auch mit dem Gedanken zusammen zu ziehen - doch kann der Vermieter hier einschreiten?

Mancher Vermieter will am liebsten alles verbieten: Haustiere, Schönheitsreparaturen - manchmal ist sogar der Partner unerwünscht. Aber ist das erlaubt?

Viele kennen diese Situation: Monate- oder gar jahrelang leben zwei Partner in getrennten Wohnungen, bis sie sich endlich entscheiden, zusammen zu ziehen. Am einfachsten ist es da, in die bestehende Wohnung des Freundes oder der Freundin einzuziehen. Doch darf der Vermieter dort ein Machtwort sprechen?

Mit dem Lebenspartner zusammenziehen: Das sollten Sie beachten

Wer engste Verwandte - also Ehepartner und/oder Kinder - in den Mietvertrag aufnehmen will, muss seinen Vermieter nicht um Erlaubnis bitten. Eine Mitteilung sollte aber schon drin sein, um Ärger zu vermeiden.

Was unverheiratete Paare angeht, braucht es jedoch schon ein Go vom Vermieter. Der Partner ist nämlich laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs (Az. VIII ZR 371/02) als Dritter im Sinne des Gesetzes (BGB, § 540) anzusehen und verfügt somit nicht über dieselben Privilegien wie engere Verwandte.

Allerdings muss das Mieter nicht beunruhigen: Der Vermieter darf den Zuzug nur unter bestimmten Ausnahmen verweigern. Wenn der Mieter ein "berechtigtes Interesse" (BGB, §553) daran hat, dass jemand anderes einzieht - und das ist beim Lebenspartner immer gegeben -, kann der Vermieter nicht viel dagegen tun.

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Zuzug des Partners: In diesen Fällen darf der Vermieter einschreiten

Einzige Ausnahmen, unter denen der Vermieter sein Veto einlegen darf, sind folgende:

  • Überbelegung der Wohnung: Wenn zu viele Personen auf zu engem Raum hausen, ist von einer Überbelegung die Rede. Eine offizielle Grenze gibt es hier allerdings nicht - im Allgemeinen ist aber von Überbelegung die Rede, wenn einer Person nicht mehr als acht bis zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. Generell müssen hier aber auch die Größe und der Schnitt der Wohnung sowie der Mietvertrag in Betracht gezogen werden. 
  • Der neue Mieter ist unzumutbar: Hat sich der neue Bewohner einen schlechten Namen als Störenfried oder Verbrecher gemacht, kann der Vermieter Einspruch einlegen. Allein die subjektive Einschätzung des Vermieters reicht hier als Ablehnungsgrund allerdings nicht aus.

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fk

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